CHE 2025 Ranking Master Psychologie Uni Heidelberg

Im Zuge des neuen CHE-Masterrankings 2025/26 wurden auch die zwei Master-Studiengänge (Psychologie in Forschung und Anwendung und Klinische Psychologie und Psychotherapie) am Psychologischen Institut der Uni Heidelberg beurteilt. In 11 von 13 erfassten Kriterien liegen die MSc-Studiengänge in der Top-Gruppe, in 2 der 13 Kriterien (Forschungsgelder pro Wissenschaftler:in, Digitale Lehrelemente – was immer das bedeuten mag) in der mittleren Gruppe. Diesmal sehr unübersichtlich!

In 9 von 21 erfassten Kriterien liegen wir als Fach Psychologie insgesamt laut DAAD in der mittleren Gruppe, in 12 Kriterien in der Top-Gruppe. Gut so! Oder?

Meine Kritik an Rankings (siehe auch hier oder allgemein hier): Natürlich sagen die Daten etwas, aber was und wie aussagekräftig sind die zugrunde liegenden Daten wirklich? Ein kleines Beispiel: Bei der Angabe der „Drittmittel pro Forscher“ (ein möglicher Indikator für Forschungsaktivität) werden in Heidelberg 47.000 € angegeben – ein Durchschnittswert über die Forschenden in unserer Fakultät. Nun ist die Psychologie in dieser Fakultät (eine Zwangsgemeinschaft) in einem Topf mit Bildungswissenschaft, Ethnologie, Gerontologie, Sportwissenschaft usw. – Als bekannt drittmittelstarkes Fach werden wir also im Mittel schlechter abschneiden als an Orten, wo die Psychologie eine eigenständige Fakultät (wie z. B. in Bochum oder in Dresden) oder ein eigenständiger Fachbereich (wie z. B. in Landau) ist und die Durchschnittswerte daher aussagekräftiger sein dürften.

Allgemeine Kritik an Hochschulrankings findet sich z. B. hier. Außerdem empfehle ich einen Ausschnitt aus dem Wikipedia-Beitrag Rangordnung:

Gerd Gigerenzer vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin spricht von einer „Ranking-Gesellschaft“, der man sich kaum entziehen kann. Weil Ranglisten die Wirklichkeit stark vereinfachen und zu vorschnellen Schlussfolgerungen verleiten, fordert er eine Schulbildung, die lehrt, „was man wirklich braucht, nämlich statistisches Denken [und] nach Evidenz zu fragen“

Dem ist nichts hinzufügen, oder?

2 Antworten

  1. jofu01 sagt:

    Lieber Ulf,

    Du hast ja so recht! Die Bedeutung von Drittmitteln wird generell überschätzt! Entscheidend ist doch, „was hinten rauskommt“.

    JoFu

  2. Lieber JoFu,
    pointiert wie gewohnt – ich stimme Dir zu. Rankings sind eine Form der Heuristik, ganz viele Informationen gehen verloren beim Versuch, große Entitäten auf wenigen Dimensionen zu vergleichen. Und wenn das dann auch noch falsch gemacht wird, wie in Deinem Drittmittel-Beispiel, dann ist das schlechtes Hand(Kopf)werk und kann zu falschen Eindrücken und Entscheidungen führen.

    Die Dimension Drittmittel wird ausserdem sowieso oft ganz falsch gelesen: Weniger davon bei gleichem Forschungsoutput ist doch viel besser! Mehr Forschung pro Steuerzahler-Euro! Wer große Summen einwirbt, aber dann nur wenig damit macht (oder machen kann, weil sie schon wieder neue Projektanträge schreibt…) ist m.E. keinesfalls „höher“ zu ranken als jemand, die mit wenig Mitteln viel in der Forschungswelt bewegt.

    Herzliche Grüße,
    Ulf

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Archiv
Kategorien