Die Liste der Ehrensenatoren der Universität Heidelberg
https://www.uni-heidelberg.de/de/universitaet/heidelberger-profile/ehrensenatoren
enthält viele ehrenwerte Personen, die sich um das Wohl der Universität verdient gemacht haben. Umso betrüblicher, dass jetzt Gerüchte über einen der Ehrensenatoren in der Zeitung zu lesen sind (z. B. hier), wonach Henry G. Jarecki Träger des Bundesverdienstkreuzes, seit Oktober 2014 Ehrensenator der Universität Heidelberg („in Anerkennung seiner großen Verbundenheit mit der Ruperto Carola und seines nachhaltigen Engagements für den Wissenschaftsstandort Heidelberg“) und Großinvestor in der Heidelberger Bahnstadt, dokumentierten Kontakt zu Jeffrey Epstein gehabt haben soll. Schon der seinerzeitige (2024) Vergewaltigungsvorwurf (Az. Doe v Jarecki, U.S. District Court, Southern District of New York, No. 24-04208) hatte aufhorchen lassen (das Verfahren wurde 2025 eingestellt, ohne gerichtlichen Vergleich und ohne Möglichkeit der Wiedereinreichung). Natürlich gilt zunächst die Unschuldsvermutung.
Wie auch immer: Dass dort in dieser Liste der Würdenträger mit Reutax-Gründer Soheyl Ghaemian (2012 im Rahmen der Jahresfeier zum Ehrensenator ernannt) ein Name auftaucht, der es immerhin zu mehr als fünf Jahren Haft gebracht hat:
https://www.heidelberg24.de/region/reutax-gruender-soheyl-ghaemian-muss-fuenf-jahre-drei-monate-haft-3708787.html
ist kein Ruhmesblatt für unsere Universität! Wie peinlich ist das denn! Pecunia non olet (=Geld stinkt nicht)? Manchmal stinkt es schon ganz ordentlich…
Ich finde (das habe ich zu meiner Zeit als Senatssprecher nicht geschafft): So wie ein Ehrentitel verliehen werden kann, so sollte bei Fehlverhalten auch ein (gut begründeter) Titel wieder (gut begründet) entzogen werden können. Die Grundordnung der Universität regelt in § 32 zwar die Möglichkeit der Ernennung von Ehrensenatoren durch den Senat, sieht aber den Titelentzug bei Fehlverhalten derzeit nicht vor. Sollte das nicht geändert werden?
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