Hochschulwahlen

Wahlen wohin man blickt: Vom 13.-15.5. fanden die Wahlen der Studierenden darüber statt, ob sie ab demnächst von einem Studierenden-Rat (StuRa) oder einem Studierenden-Parlament (StuPa) vertreten werden wollen. Beide Modelle unterscheiden sich dadurch, dass im StuRa die Fachschaften eine dezidiertere Position erhalten, während das StuPa die demokratische Wahl von 31 Studierendenvertretern vorsieht. Das sind vergleichsweise kleine Unterschiede – bedeutend ist, dass seit nunmehr 36 Jahren (!) wieder eine verfasste Studierendenschaft existiert, die sich zu hochschulpolitischen Themen äußern darf und eigene Finanzen verwaltet.

Wenn Hochschulen auch als Bildungsorte demokratisch engagierter Bürger verstanden werden sollen, war dieser Schritt überfällig. Die an sinkenden Wahlbeteiligungen erkennbare Demokratie-Müdigkeit stellt eine gefährliche Entwicklung dar, die Splittergruppen mit extremen Positionen plötzlich hohen Zulauf beschert. Das darf nicht sein – Hochschulabsolventen sollen nicht nur Wissen erwerben und kundige Bürger sein, sondern vor allem sollen sie auch mündige Bürger werden, die ihren Wissenserwerb als Privileg verstehen und zum Wohl der Menschheit verwenden. Demokratie muss man üben – wo ginge das besser als an einer Hochschule?

Auch im Akademischen Sernat hat Rektor Bernhard Eitel seine Wahlen getroffen und vorgestellt: die neuen Prorektoren, die ihn ab Herbst für die nächsten 3 Jahre begleiten. Insgesamt gibt es vier Prorektorate zur Unterstützung des Rektors:

  • Prorektor für internationale Beziehungen: Prof. Dr. Thomas Pfeiffer als bisheriger Amtsinhaber wird abgelöst von Prof. Dr. Dieter Heermann.
  • Prorektor für Forschung und Struktur: der amtierende Kollege Prof. Dr. Thomas Rausch findet in Prof. Dr. Stephen Hashmi seinen Nachfolger.
  • Prorektorin für Studium und Lehre: die bisherig amtierende Kollegin Prof. Dr. Friederike Nüssel wird von Prof. Dr. Beatriz Busse abgelöst.
  • Prorektor für Qualitätsentwicklung: unser Kollege Prof. Dr. Karlheinz Sonntag ist der einzige, für den bis jetzt noch kein Nachfolger feststeht.

Insgesamt ein gutes Team, das den Rektor unterstützt und das auch das volle Vertrauen des Senats geniesst.

Nachtrag: In den Wahlen zum Modell der Studierendenvertretung hat sich übrigens das StuRa-Modell durchgesetzt – hier der Text der Pressestelle der Uni Heidelberg vom 16.5.13 zu den studentischen Wahlergebnissen:

Bei der Urabstimmung über die Satzung der Verfassten Studierendenschaft an der Ruperto Carola ist die Entscheidung für das Modell eines Studierendenrats, kurz StuRa, gefallen. Rund 59 Prozent der Stimmen wurden für dieses Modell abgegeben. Auf den zweiten Vorschlag, das Studierendenparlament, entfielen knapp über 40 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 17,6 Prozent. Insgesamt beteiligten sich 4833 Studierende an der Abstimmung.

Im Sommer 2012 hat der Landtag von Baden-Württemberg beschlossen, an den Hochschulen des Landes die Verfasste Studierendenschaft (VS) wieder einzuführen, die im Jahr 1977 vom Gesetzgeber abgeschafft worden war. Im Hinblick auf die mögliche Ausgestaltung einer Vertretungsstruktur der Studierenden haben zwei studentische Gruppen in den vergangenen Monaten die Modelle des Studierendenparlaments und des Studierendenrats erarbeitet. Nach der Entscheidung über das künftige Satzungsmodell für die Verfasste Studierendenschaft erfolgt nun die Festsetzung der Wahl der Organe der VS. Spätestens bis zum 31. Dezember 2013 muss sich die Vertretung laut Gesetz auf zentraler Ebene konstituiert haben.

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