Als jemand, der nach dem Krieg 1953 geboren wurde und seine Kindheit im Schatten des Zweiten Weltkriegs verbracht hat, hätte ich mir nie träumen lassen, dass in Europa noch einmal ein derartiger Krieg (wie die feindliche Invasion – eine „Spezialoperation“ – Russlands in die Ukraine am 24.2.2022) ausbricht. Die Hauptstadt der Ukraine, Kiew, liegt noch nicht einmal 2000 km von Heidelberg entfernt. Das ist keine abstrakte Entfernung, das ist Nachbarschaft.
Und dass dieser Krieg inzwischen vier Jahre andauert (der Erste Weltkrieg wurde nach 4 Jahren beendet, damals maßgeblich durch Abdankung des Kaisers), ist ungeheuerlich! Ich kann nur wiederholen, was ich bereits nach einem Jahr Krieg geschrieben habe (hier der damalige Blog): „Die Menschen, die diesen Krieg überleben (Tausende Tote sind – auf beiden Seiten – zu beklagen), brauchen Hilfe!“ (im erwähnten Blog ist ein Spendenkonto genannt).
Inzwischen sprechen wir nicht mehr von Tausenden, sondern von mehreren Hunderttausend Toten. Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks UNHCR haben 5,9 Mio. Ukrainerinnen und Ukrainer (von ursprünglich 37 Mio. Einwohnern) ihr Land verlassen, die noch Verbliebenen leben in z. T. unerträglichen Verhältnissen, wieviele Millionen bzw. Milliarden Euro auf beiden Seiten regelrecht „verpulvert“ wurden, werden Ökonominnen und Ökonomen zu beziffern wissen … Und ernsthafte Friedensperspektiven sind bis heute nicht erkennbar.
Ich bewundere auf der einen Seite die Resilienz der Ukraine, auf der anderen Seite steht die Angst vor dem Aggressor und Diktator Putin und seinen Vasallen, der schon mehrfach den Einsatz von Atomwaffen angedroht hat. Diese Drohung allein verschiebt die Maßstäbe des Denkbaren.
Wie lange soll das noch so weitergehen?
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