Nachruf auf Ursula Lehr

Am 25.4.2022 ist die Alternsforscherin Ursula Lehr 91jährig in Bonn verstorben. Ich habe sie 1984 kennengelernt, als mein damaliger Chef Jürgen Bredenkamp von der Uni Trier an die Uni Bonn wechselte und die Nachfolge von Hans Thomae antrat (mit Edgar Erdfelder und mir als junge Assis). Thomae und Lehr (sie wurden in späteren Jahren ein Ehepaar) waren beide prägende Personen der Gerontopsychologie (um nicht zu sagen „deren Gründer“).

In ihrer Zeit als Bundesministerin für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit 1988-1991 hat sie nicht nur den ersten Altenbericht veranlasst (er wird seither in jeder Legislaturperiode dem Bundestag vorgelegt), sondern auch durch ein von ihr beauftragtes Gutachten das lang ersehnte Psychotherapie-Gesetz (PsychThG) auf den Weg gebracht (siehe auch Dietmar Schulte, 2021: „Der lange Weg zum Psychotherapeutengesetz„). Zudem war sie seit 1988 treibende Kraft zur Gründung des (2005 leider wieder aufgelösten) „Deutschen Zentrums für Alternsforschung“ (DZFA) in Heidelberg.

Ursula Lehr hat sich immer für aktives Altern eingesetzt und diese Forderung zeitlebens vorgelebt. Ihre Ideen bleiben in dieser Welt und es ist an uns, etwas daraus zu machen. – Einen schönen Nachruf ihres Schülers Andreas Kruse hat die RNZ am 28.4.2022 veröffentlicht (anklicken zum Vergrößern):

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